

Der Schlüssel zu sinkenden Abfallgebühren
SPD Kreistagsfraktion
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
vergangenes Jahr wurde ich als Kreisrat für eine zweite Amtszeit wiedergewählt. Als Sprecher der SPD Fraktion im Aufsichtsrat der Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises AVL konnte ich sowohl bei den anderen Fraktionen wie auch der Kreisverwaltung ebenfalls Interesse für eine höherwertige ökologische Nutzung des Bioabfalles wecken.
Meiner These, “der Schlüssel zu sinkenden Abfallgebühren ist eindeutig die konsequente Förderung der getrennten Erfassung des Bioabfalls” wurde gefolgt.
Entsprechend der höheren Erfassungsquote des Rems-Murr-Kreises beim Bioabfall beträgt das Einsparpotential rund 1,4 Mio. € pro Jahr. Für wesentlich schwereren (nassen) Bioabfall vermischt mit leichtem Restmüll verbrannt, zahlt der Landkreis € 140/ t.. Dagegen kommt getrennt erfasster Bioabfall ökologisch sinnvoll, zu € 60/ t in die Kompostierungsanlage. Meiner Kostenanalyse folgend wird Bioabfall nun seit 2009 rund 18 % günstiger entsorgt.
Und ein weiterer wichtiger Schritt wurde jetzt getan:
Im Namen der SPD Fraktion habe ich gedrängt - dem Beispiel Rems-Murr-Kreis folgend- den Bioabfall über eine vorgeschaltete Vergärungsanlage doppelt zu nutzen: Energetisch zu wertvollem Biogas, anschließend die Kompostierung zu hochwertigem natürlichem Dünger.
Meinem Vorschlag folgend haben nun Mitglieder des Ausschusses Umwelt und Technik / AVL in Begleitung der Presse eine der modernsten Anlagen in Amtzell, Krs. RV. besichtigt,
In der Anlage werden 18 000 jato Bioabfall (Bodenseekreis) in einer Halle mit Unterdruck – außen geruchsfrei- aufbereitet. In einem Fermenter(1600m3/ unter Luftabschluss!) erfolgt über 3-4 Wochen die Vergärung bei 55 °. 500 m3/h Methangas werden in 2 BHKW laufend verstromt, die abgepresste nährstoffhaltige “Suppe” teils wieder zugeführt zum größeren Teil an Landwirte zur Düngung vermittelt. Das Gärsubstrat wird bei 55° hochwertiger keimfreier Kompost für die Landwirtschaft.
Pro Tonne häuslichem Bioabfall ergibt sich: 540 kg Kompost, 130 kg Biogas, 330 kg nährstoffhaltiges Restwasser.
Gegenüber den Lebensmitteln Weizen, Mais, etc., ist häuslicher Bioabfall schon aus ethischen Gründen zur Biogasgewinnung unstrittig. Täglich anfallend steht es kontinuierlich und dezentral überall zur Verfügung. Als nachwachsende regenerative Energie wird diese bei Nutzung der Abwärme besonders gefördert.

Teil 2:
Erkenntnisse aus der Besichtigung der Biomüllvergärungsanlage in Amtzell bei Ravensburg.
Die Anlage wird seit 3 Jahren erfolgreich betrieben. Nach deren Besichtigung hat sich der Rems-Murr-Kreis entschlossen zwei dieser Anlagen mit je 18 000 jato zu bauen. Inzwischen hat sich auch Stuttgart und München für die künftige Biomüllvergärung entschieden.
Die völlig geruchsfrei betreibbare Anlage kann auch in Ballungsgebieten gebaut werden. Die Kosten für den weiten Transport und für Umschlagstationen könnten deshalb für unseren Landkreis künftig entfallen. Das Biogas kann vor Ort genützt oder – entsprechend aufbereitet- direkt in bestehende Netze eingeleitet werden.
Bis zum Auslaufen der Kompostverträge 2016 bleibt dem Landkreis genügend Zeit selbst, mit Partnern ( z.B. Stadtwerke Lubu) oder durch einen privaten Betreiber diese wirtschaftlich und ökologisch höherwertige Nutzung des so zum Wertstoff mutierenden Biomülls umzusetzen.
Die effektivste Maßnahme für stabile Müllgebühren.
Ein aktuelles Beispiel für ökologisch und wirtschaftlich sinnvolle Nutzung von anfallendem Biogas aus Müll:
Seit Jahrzehnten wird auf der Deponie Burghof (Horrheim) des Landkreises kontinuierlich , anfallendes Biogas über Blockheizkraftwerke verstromt. Mangels Abnehmer wird die wesentlich höhere Energiemenge aus der Abwärme nur minimal für den Eigenbedarf genützt. Nach dem Verbot der Deponierung von organischem Müll 2005 ist das erfasste Gasvolumen erheblich abgefallen. Nach früheren 1200 m3/h liegt die Gasausbeute derzeit bei rund 600 m3 /stündlich (vergleichbar ca. 400 l Heizöl) mit stark abnehmender Tendenz.
Durch eine erneute Initiative wurden nun Interessenten gefunden die die Abwärme direkt auf dem Deponiegelände nutzen wollen. Es zeichnet sich ab, dass die erzielten Energieerlöse durch Nutzung der großen Abwärmemenge, verbunden mit der staatlichen Förderung (regenrativer Energieen), künftig mehr als das Doppelte betragen werden.
gez. Jochen Wirth

Grundsätzliches

Am 21. November 2009 führt die SPD Baden-Württemberg eine konsultative Mitgliederbefragung durch. Damit soll den Mitgliedern der SPD Baden-Württemberg die Möglichkeit gegeben werden, über die oder den zukünftigen Landesvorsitzenden ein Votum abzugeben. Die Befragung hat formal konsultativen Charakter. Gewählt wird der oder die neue Landesvorsitzende auf dem Parteitag der SPD Baden-Württemberg am 27. November 2009 in Karlsruhe.
Die Kandidaten
Für die Mitgliederbefragung wurden vom Landesvorstand der SPD Baden-Württemberg drei Kandidaten bzw. Kandidatinnen für den Landesvorsitz nominiert.
Es handelt sich um Hilde Mattheis, Dr. Nils Schmid und Claus Schmiedel. Klicken Sie auf die Namen, um weitere Informationen zu den Kandidaten aufzurufen.
Die Stuttgarter Nachrichten haben ein Gespräch mit den drei Kandidaten veröffentlicht, das man hier auf den PC laden kann. Hier klicken um das PDF zu laden.
